Echochamber 368 (28.03.19)

Hurra es ist wieder Dubberstag und diesmal kann ich mich hinterher ja vielleicht auch an das Ende der Sendung erinnern. Zum Glück musste ich letzte Woche nirgendwo mehr hin. Junge, Junge. Apropos polnischer Vodka, diesmal ganz viel Dub im Programm. Wo da der Zusammenhang ist, erklär ich gleich.

Im Grunde war es eine cheesy Überleitung zu meiner ersten Vorstellung in dieser Woche, die neueste Paproota Compilation nämlich. Das zum größten Teil in Polen verhaftete Netlabel, hier kommt übrigens der polnische Vodka ins Spiel und ja, ich sagte ja, die Überleitung ist cheesy. Wo war ich? Das Label jedenfalls erfreut uns mit zwei sehr kurzweiligen Stunden Dubmusik, die auf drei „Discs“ verteilt sind. Viele bekannte Namen sind auf der Trackliste zu finden (z.B. Ziontrain und Vibronics), aber auch eine Menge, die ich zum ersten Mal lese. Erfrischende Sammlung mit vielen unterschiedlichen Sounds aus der Welt des Dub. „Paproota Compilation Vol.6“ sollte schon aus akustischen Horizonterweiterungsgründen in keinem digitalen Musikkoffer fehlen. Darüber hinaus ist das Ganze, wie immer für lau zu haben. Big up Paproota!

Ich glaub so ca. 10 Jahre gibt’s Berlin Boom Orchestra jetzt schon und das hört man der neuen Scheibe „Reggae Punks“ an. Im positiven Sinne. Da spielt eine Band, die Höhen und Tiefen zusammen erlebt, viele unterschiedliche Bühnen gesehen hat und entsprechend gewachsen ist. Da passt alles zusammen und das obwohl deutscher Reggae ja so eine Sache ist. Ich weiß das aus eigenem Erleben und MC Filou weiß das auch. Zumindest höre ich das aus den Lyrics heraus und das gefällt mir. So ergibt auch der Titel des Albums total Sinn, denn nur mit einer punkigen Attitüde kann man sich diesem Zwiespalt sinnvoll annähern. Macht kaputt, was euch kaputt macht oder besser: Tütchen drehen, verstehen und dann reparieren, was einen kaputt macht. Das „Reggae Punks“ in Aldubbs Planet Earth Studio aufgenommen und von Ganjaman gemastert wurde, kommt noch hilfreich oben drauf. Eins sollte jedoch klar sein: So gut das Album ist, an das Feuerwerk, dass Berlin Boom Orchestra live abbrennen, kommt es nicht ganz ran. Muss es aber auch nicht, weil ihr sollt euch das ja selber anschauen. Lohnt sich.

Jahcoustix „Reunion“ ist eine sahnemäßige Spitzenproduktion. Roots Reggae wie eine Tüte Toffee Bonbons. Nice and sweet. Das liegt meiner Meinung nach an der Beteiligung zweier jahcoustischer Mitstreiter aus alten Tagen. Zum einen Umberto Echo, dessen dubbige Soundschraubereien jedem Echochamberuser bekannt sein dürften und zum anderen Oneness Sound Produzent und Dub Inc. Bassist Moritz von Korff. Bei eben jenem Label, Oneness Sound nämlich, ist das Album übrigens auch erschienen. Hatte ich schon sahnemäßig gesagt?

Auf Musas langerwartetem Debütalbum „Berliner Negritude“ hört man viel Entschlossenheit, die in komplexe Texte verpackt ist. Eine beachtenswerte Scheibe des in Moabit verwurzelten Black Superman Gang Members. Die Beats dazu kommen durchweg von Ghanaian Stallion seines Zeichens sehr umtriebiger Produzent und ebenfalls ein Teil der BSMG. Das das dritte Mitglied der Gang, Megaloh nämlich, noch ein Feature besteuert, ist da ja quasi Ehrensache. Apropos. Diese übertriebene Autotune-als-Effekt Show wäre in meinen Augen gar nicht nötig, aber das ist wohl den gerade herrschenden Hörgewohnheiten in diesem Genre geschuldet. Fakt ist, die PoC Musikszene Berlins ist in der äußeren Wahrnehmung unterrepräsentiert und Musa wird das über kurz oder lang ändern. Merkt euch das.

Zum Schluß noch eine EP, die mit all dem zuvor nicht das geringste zu tun hat. Die Gemeinschaftsproduktion „Spiritual Techniques“ von Dubnotic und Mettakin schießt die geneigte Hörerschaft gaaaanz weit ins Universum hinaus und nur wer dreimal die Hacken zusammen schlägt, kommt aus dem Kaninchenbau wieder raus. Neugierig? Dachte ich mir.

Und damit bin ich auch fertig für diese Woche und freue mich auf kommenden Donnerstag und auf eine weitere Ausgabe der basstherapeutischen Maßnahme in der Echochamber. Viel Spaß mit dieser Sendung, es war mir eine Freude und ein Fest.

Teilen und kommentieren ist immer gern gesehen.

Bass ahoi
Saetchmo

TRACKLISTE

Intro
01 Musa – Intro
02 Marc OFX – Ohm
03 Berlin Boom Orchestra – Respect & Props (Original)
04 Dubbytek – Acid Drop
05 Musa – Kein Weg zurück
06 Pablo Raster – We Lite
07 SocialBass – No Signal
08 Jahcoustix – Who Told You feat. Memoria
09 Bassliner – Jahovia Dub (Different Version)
10 Morc In Dub – Agma
11 Jabbadub – 6th Planet
12 MakaRon meets Inity Dub Mission – Sunday Dub
13 Tryptophant – Twilight Grove
14 Berlin Boom Orchestra – Stets korrekt (Original)
15 Musa – Gott sei Dank
16 Jahcoustix – Stronger feat. Luciano
17 Pazurtupaka & Polish Man – Divided We Fall (Extended Mix)
18 Ashkabad – Constantine (Dubmatix Remix)
19 Lo-End Dub – Dust & Pain feat. XinÖ
20 Jahcoustix – Back Into The Light
21 Berlin Boom Orchestra – Berlin Connection (Original)
22 Jahcoustix – Beyond Imagination
23 Berlin Boom Orchestra – Odysseus (Original)
24 Manwel T – Dub for Rico
25 Adam Prescott – Unity
26 Nayjam Bensonim – A Dubextorsium
27 Dubnotic & Mettakin & Yestegan Chay – Haoma
28 Dubnotic & Mettakin & EMOG – Daruma
29 Zion Train – Matrameru (Network Mix)
30 Dubnotic & Mettakin & Shivacult – Astrodimension
Outro

[Die basstherapeutische Echochamber läuft (so ziemlich fast) immer am Donnerstag um 21 Uhr im Livestream]

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4 Gedanken zu „Echochamber 368 (28.03.19)

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  2. Ich finde es total schön dass Du die DubInfos weiterleitest, aber diese Vorurteile, Polen = Vodka, sind mehr als bescheuert. Alles Gute!

    Paproota.org Crew

    • Hallo Dusza, danke für deinen Kommentar.
      Ich muss gestehen, dass ich etwas verwirrt bin. Vielleicht kannst du mir da ja helfen.

      Zum besseren Verständnis: ich hatte in der Sendung 367 einen guten Freund zu Gast, der mir polnischen Wodka mitgebracht hatte und ich davon ziemlich betrunken wurde. Das wissen die Hörer meiner Sendung auch, weil die live dabei waren und das ist der Grund, warum ich dieses Getränk überhaupt erwähne. Aus humoristischen Gründen nämlich, um mich über mich selbst lustig zu machen. Wenn das deine Gefühle verletzt hat, tut mir das sehr leid.

      Allerdings steht da extra, dass das eine bewusst schräge Überleitung war. Ich feiere eure Compilation in dem Text total und der polnische Wodka bekommt noch nicht einmal ein negatives Adjektiv ab. Also was genau hat dich da getriggert? Das es „polnischer“ Wodka war? Regelmäßige Hörer meiner Sendung wissen, ich wollte an dieser Stelle ganz sicher keine Klischees bedienen. Ich dachte außerdem immer, das Klischee wäre, dass Russen viel Wodka trinken und nicht Polen. Tja nun.

      Bass ahoi
      Saetchmo

      • Es tut mir Leid, dass mein Kommentar so aggressiv, oder aufdringlich klang. Ohne diese Hintergrundinformationen, die Du gerade beschrieben hast, liest sich Dein Dubbericht viel anders, da ich kein Hörer von Deiner Sendung bin. Nichtsdestotrotz habe ich den auf Paproota.org gelassene Link verfolgt um diese Seite zu besuchen, und was ich hier gelesen habe zum Thema ‚Polen‘ und ‚Vodka‘, ohne Insider-Kenntnis, war mir einfach unangenehm, so viel dazu.

        Alles Gute!
        Paproota.org Crew

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