Sticker Art Berlin – Lazy

Ein neues Level meines kleinen Sticker Point and Click Adventures.

Ich weiß nicht, ob Sie es wussten, aber die Quest begann ja quasi damit, dass ich eine Wudy-Lazy Stickerkombo sah und in meinem amateurhaften Überschwang dachte, das wäre lediglich eine Person und hab folglich das Bild nur mit „Lazy“ getaggt.

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Ein paar Tage später machte mich dann ein gewisser Wudy (bzw. Woody, er schreibt es selbst mal so, mal so) bei Instagram darauf aufmerksam, dass das so nicht ganz richtig wäre. Meine Neugier war geweckt. Ich traf mich mit dem Schädelstickermann und der Rest ist sozusagen Geschichte.
Part1: Wudy Skulls
Part2: Chuk

Nun bin ich also bei Wudy mit Lazy, einem weiteren Mitglied der Sticker Monks zum Quatschen verabredet. Wudys Wohnung dient der Sticker Monks Crew offensichtlich als kreatives und handwerkliches Hauptquartier. Dass ich in der richtigen Gegend bin, verrät mir gleich der erste Laternenpfahl als ich in die Zielstrasse einbiege. Ich muss grinsen.

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Ein nicht mehr ganz so neuer 80er Jahre Bau erwartet mich. Ein Treppenhaus mit Lift wie in tausend anderen Häusern auch. Hinter den uniformen Türen Schlafboxen für Großstadtwerktätige. Da sitzen die beiden und schnippeln Buchstaben aus. Im Akkord. In atemberaubender Geschwindigkeit. Der Tisch ist voll mit Folien und Schneidwerkzeugen, überquellenden Aschenbechern und auf dem Boden ein Wust an Schnipseln in allen Farben und aus allen möglichen Materialen. Ein Hauch von Aeorosol liegt in der Luft. Wudy hat kurz zuvor ein paar Pandaköpfe gesprüht.

lazypandaschnippeln

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Ich habe das Gefühl, dass Lazy nicht so genau weiss, was er mit mir anfangen soll. Das legt sich aber nach dem ersten Bier und als er merkt, dass ich niemanden ausfragen will. Wir erzählen uns gegenseitig, was wir so machen und warum. Lazy ist in den 90ern groß geworden. Wie die meisten der Sticker Monks. Aufgewachsen mit Graffiti und all seinen positiven und durchaus auch negativen Begleiterscheinungen.

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Er berichtet von den Crews in denen er war und von Writern, mit denen er zu tun hatte, berichtet von Höhen und von Tiefen in der Kunst. Dass er letztendlich auf Stickern hängengeblieben ist, kann man wohl wie bei den anderen auch, Buder in die Schuhe schieben. „Aber vielleicht liegt’s auch ein bisschen am Alter“ erläutert Lazy. „Irgendwann ist eben der Vandalismusaspekt nicht mehr so präsent und einen Sticker kann man zur Not einfach wieder abziehen. Im Gegensatz zu Lack.“
Das leuchtet ein.

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Während wir reden schneidet Lazy unermüdlich weiter Klebefolie zurecht. Er ist der einzige, der dazu eine Schere und keinen Cutter benutzt und ist verdammt geschickt damit. Da hat jemand ein sehr gutes Auge für die Proportionen von Buchstaben, das muss man mal so festhalten. Da wird nichts vorgezeichnet, nur wenig korrigiert und es dauert keine 5 Minuten, bis so ein Sticker in doppelter Handtellergrösse fertig ist.

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Es hat fast etwas hypnotisches dem Mann bei seiner Arbeit zuzuschauen. Warum er die macht, weiß Lazy auch nicht so genau. „Es macht mir Spaß und bereitet anderen Freude. Solange das so ist, mach ich weiter, aber irgendeine Message verfolge ich jetzt nicht unbedingt damit“.
Also mir reicht das als Begründung völlig aus.

Der momentane Hype stört Lazy ein wenig, sagt er. Ich entgegne ihm, dass die Crew handwerklich so großen Vorsprung hat, dass er sich da nicht wirklich Gedanken machen muss und sich womöglich ja neue Inspirationen ergeben, wenn andere Künstler ihre Einflüsse einbringen; dass es womöglich sogar hilfreich wäre, dieses angesammelte Wissen zu teilen. Damit hebt man dann mit etwas Glück das Gesamtniveau.
„Genau das hab ich mir auch gedacht“ sagt Wudy „und deswegen hab ich einen Sticker Stammtisch ins Leben gerufen“. (Der Typ ist echt unglaublich.) „Scheint gut anzukommen“ berichtet Wudy weiter. „Es gibt viele neue Artists und es ist schade, dass die meisten nur industriell bedruckte Sticker verwenden. Vielen fehlen aber schlichtweg die Skillz für was anderes. Das hätte ich so gar nicht vermutet und schon allein für diese Erkenntnis war’s gut“. Siehste.

Es entspinnt sich ein lebhafte Debatte, die erst durch eine akut auftretende Bierknappheit unterbrochen wird. Der Abend ist allerdings eh soweit fortgeschritten, dass die Runde beschließt sich aufzulösen. Auf dem Tisch liegen ein Haufen neuer Lazy Sticker, der Boden ist um einen Berg Schnipsel reicher.

Für die Familie gibt es als kleines Abschiedsgeschenk diese atemberaubende Kombination aus Wudyschädel und Lazy Schriftzug mit auf den Weg, die während unseres Gesprächs entstanden ist. Hammer.

lazyskullschnippeln

lazywudykombo

Überhaupt sind die Jungs sehr spendabel, was ihre Kunst angeht und darum freue ich mich, sechs Sticker von Lazy verlosen zu dürfen. Und weil ich bald Geburtstag habe, packe ich in jeden Umschlag noch jeweils einen Taubensticker von Chuck dazu.
Gönnt euch.
Teilnehmen kann man durch kommentieren.
Die Verlosung erfolgt dann so oder so ähnlich.

Die Aktion läuft bis zum 17.10.16.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Bass ahoi
Saetchmo

11 Gedanken zu „Sticker Art Berlin – Lazy

  1. Durfte die monks auch schon kennen lernen…Sehr nice und geerdet…Hätte nix gegen ein paar neue Sammler Stücke…landen in guten Händen 😊

  2. Pingback: Stickerstammtisch Berlin | Saetchmo

  3. Vezichte auf die Teilnahme an der Verlosung, aber sage Danke für den Artikel und für den kurzen aber interessanten Schubser Richtung Stickerszene, derer ich vorher gar nicht gewahr war!

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